Von Sylvie Blondel, HR- & CSR-Director bei Stormshield
„Corporate Social Responsibility“ (CSR) ist heute eine grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme an Ausschreibungen. Sie ist jedoch weit mehr als nur ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, sondern bietet auch eine bedeutende Chance, eine verlässlichere, respektvollere und nachhaltigere Welt mitzugestalten. Aktuelle Kantar-Studien zeigen, dass Umweltbelange zu den wichtigsten Themen zählen und damit branchenübergreifend eine zentrale Rolle im Kontext von CSR einnehmen.
In diesem Rahmen bedeutet dieses Engagement, konkrete Entscheidungen zu treffen, die – wo immer möglich – kohlenstoffarme Materialien und Infrastrukturen bevorzugen und gleichzeitig eine faire Berücksichtigung aller Anspruchsgruppen (Kunden, Partner, Mitarbeitende) gewährleisten. Im Bereich der Cybersicherheit kann dies beispielsweise das Eco-Design energieeffizienterer digitaler Geräte und Dienstleistungen umfassen, ebenso wie aktive Maßnahmen für eine inklusive Rekrutierung und die Sensibilisierung für Fragen der digitalen Sicherheit. Einen CSR-Ansatz umzusetzen, bedeutet, Fortschritt nicht nur an Leistung zu messen, sondern auch an seinem positiven Einfluss. Es geht darum, wirtschaftliche Aktivitäten in einer gerechteren und verantwortungsvolleren langfristigen Vision zu verankern.
Minimierung der Umweltbelastung
Angesichts der Klimakrise wird sich der Cybersicherheitssektor zunehmend seiner doppelten Schlüsselrolle bewusst. Einerseits gilt es, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, andererseits trägt er wesentlich zur Resilienz und Sicherheit jener Infrastrukturen bei, die für die Energiewende entscheidend sind. Dieser Ansatz spiegelt sich in der Entwicklung von Technologien wider, die innovativ, leistungsstark und verantwortungsvoll sind. Besonderes Augenmerk gilt der Einhaltung strenger Umweltstandards wie RoHS und REACH, die den Einsatz gefährlicher Stoffe regeln. Gleichzeitig wird die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) unter den Gesichtspunkten Ethik, Fairness und Sicherheit betrachtet, wobei der ökologische Einfluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt wird – von der Herstellung der Geräte bis zum Transport.
Die Verlängerung des Produktlebenszyklus und die Förderung von Recyclingmaßnahmen haben eine hohe Priorität. Das Engagement geht dabei über die Produkte hinaus: Auch die Reduzierung der Auswirkungen von Standorten und Aktivitäten wird durch die Optimierung von Infrastrukturen aktiv vorangetrieben, um deren Umweltverträglichkeit sicherzustellen. Dazu gehören die Verbesserung der Energieeffizienz und die Senkung des Gesamtverbrauchs. Die konsequente Etablierung guter Praktiken umfasst zudem eine Sensibilisierung und kontinuierliche Schulung der Mitarbeitenden. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, Recycling und Mülltrennung ebenso zu fördern wie den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien und KI – auch im Rahmen von Geschäftsreisen.
Verantwortung für Ethik, Fairness, Inklusion und Vielfalt
Gesellschaftliches Engagement im Bereich Cybersicherheit erfordert ein hohes Maß an Ethik sowie eine klare und verbindliche Politik zu Gleichstellung, Inklusion und Vielfalt. Die ethische Grundlage bildet ein strikt angewandter Verhaltenskodex. Ergänzt wird dieser durch eine verantwortungsvolle Beschaffungspolitik, die CSR-Kriterien systematisch einbezieht, sowie durch regelmäßige und transparente Bewertungen von Geschäftspartnern.
Darüber hinaus wird eine aktive Politik zur Förderung von Gleichstellung, Inklusion und Vielfalt in all ihren Ausprägungen umgesetzt. Dies zeigt sich in konkreten Initiativen, die darauf abzielen, den Anteil von Frauen in technischen Berufen zu erhöhen und junge Menschen für Karrieren im Bereich Cybersicherheit zu sensibilisieren. Der konsequente Kampf gegen jegliche Form von Belästigung und die individuelle Unterstützung von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz sind zentrale Pfeiler dieses Ansatzes.
Neben diesen sozialen Verpflichtungen müssen Vertraulichkeit sowie der optimale Schutz von Informationen und Daten – unabhängig von ihrem Klassifizierungsgrad – gewährleistet werden. Dies setzt eine maximale Sicherheit für digitale Werkzeuge und Infrastrukturen voraus. Darüber hinaus zeigt sich die Verantwortung des Unternehmens auch in seiner aktiven Rolle bei Ausbildung, Sensibilisierung und Prävention von Cyberrisiken im gesamten Ökosystem. Dazu gehören robuste Sicherheitsmaßnahmen auf allen Ebenen, Investitionen in die Förderung und Entwicklung zukünftiger Talente, die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen internationalen Partnern sowie die Fähigkeit, sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Handeln im kollektiven Interesse des Unternehmens
Der nachhaltige Erfolg eines Unternehmens basiert wesentlich auf Engagement, Motivation und Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden. Die Gewährleistung ihrer physischen und psychischen Sicherheit, ihrer Gesundheit sowie ihrer Lebensqualität am Arbeitsplatz ist daher von zentraler Bedeutung. Dies erfordert ein Arbeitsumfeld, das sowohl stimulierend ist, als auch eine ausgewogene Work-Life-Balance fördert. Aktives Zuhören, bedarfsgerechte Maßnahmen sowie Systeme zur Förderung von körperlicher und mentaler Gesundheit – etwa durch Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragte, attraktive Versicherungs- und Vorsorgemodelle sowie Programme zum Wohlbefinden – spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Außerdem engagiert sich das Unternehmen konsequent für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kompetenzen seiner Teams durch ambitionierte Weiterbildungsprogramme. Eine weitere zentrale Priorität ist die faire Verteilung des gemeinsam geschaffenen Wertes, beispielsweise durch Gewinnbeteiligungsmodelle oder Mitarbeiterbeteiligungen. Ebenso wird die individuelle Karriere-Entwicklung jedes Mitarbeitenden aufmerksam begleitet. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung, die der persönlichen und beruflichen Entfaltung innerhalb der Firma beigemessen wird.
Unternehmensverantwortung nimmt damit heute eine neue Dimension an und lässt sich nicht per Dekret festlegen, sondern muss Schritt für Schritt dort entstehen, wo Werte, wirtschaftliche Entscheidungen und gesellschaftliche Erwartungen zusammenkommen. Nachhaltiges Denken bedeutet, Robustheit und langfristige Tragfähigkeit als Leitlinie zu wählen. Faires Handeln heißt, ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Wirkung zu schaffen. Gemeinsames Vorangehen bedeutet, die Voraussetzungen für einen offenen Dialog und ein kollektives Handeln zu schaffen. Liegt die wahre Stärke der Unternehmen von morgen vielleicht genau in ihrer Fähigkeit, Ambition, Bewusstsein und Zusammenarbeit miteinander zu verbinden?

